Australien ist der Kontinent mit der höchsten Konzentration an Giftschlangen der Erde, ein Garten Eden für Wissenschaftler.
Der australische Biochemiker und Schlangenforscher Dr. Bryan Fry veröffentlicht jedes Jahr neue Forschungsergebnisse zur Evolution des Schlangengiftes: Über 2700 Schlangenarten verfügen nach seinen Erkenntnissen über mehr oder weniger starke Gifte; und nicht, wie man bisher annahm, nur 250 Arten. Er kennt sie alle: Taipan, Todesotter, Mulgaschlange und die vielen giftigen Seeschlangen. Sie alle zählen zu seinen Forschungsobjekten.
Schlangengifte wirken in sehr unterschiedlicher Form auf die Körper der jeweiligen Beutetiere. Manche lassen die Muskeln nicht mehr reagieren, andere zerstören die Zellen oder wirken nervenlähmend. Bryan möchte mehr über die komplexe Wirkung von Schlangengiften und die evolutionäre Entwicklung der Reptilien erfahren. Jüngste Erkenntnis: Warane und Schlangen haben einen gemeinsamen Vorfahren – und der war hochgiftig.
Dr. Fry entdeckte kürzlich, dass auch der Komodo-Waran ein eigenes Gift produziert, dass die Forschung bislang übersehen hatte. Grund: Im Laufe der Evolution entwickelte sich eine Vielfalt unterschiedlich giftiger Lebensformen, die ihr Gefahrenpotential oft verbergen. So tragen viele als ungiftig eingestuften Schlangen (und Warane) eben doch ein Gift, das sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte abschwächte bzw. verfeinerte.
Die Wirkung von Schlangengift auf den menschlichen Organismus und das Potential für die medizinische Forschung ist ein Schwerpunkt von Bryan Frys Forschungsarbeit.
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